Die ersten Künstlerinnen im Surrealismus gelangten oft als Partnerinnen und Modelle in den 1930er-Jahren in die Surrealismus-Bewegung rund um André Breton in Paris. Obwohl sie mit den männlichen Kollegen ausgestellt und ikonische Werke geschaffen haben, sind viele von ihnen heute kaum bekannt. Während die männlichen Surrealisten Frauen häufig als Muse, sexuelles Objekt, Hysterikerin oder auch als Mörderin verehrten, arbeiteten die Künstlerinnen daran, sich aus dieser passiven Rolle zu befreien und sich selbst zu erforschen.

Was die Künstlerinnen von der männlichen Sicht vor allem unterscheidet, ist die Umkehr der Perspektive. In ihren Werken findet sich immer wieder die Auseinandersetzung mit der weiblichen Identität und dem Frauenbild in der Gesellschaft indem sie ihr eigenes Spiegelbild befragen oder sich in Rollenspielen und Maskeraden ausprobieren. Durch die Erforschung des Unbewussten, die Bedeutung von Traum und Zufall, das Interesse an Spiritismus, Mythologie sowie das Spiel mit Geschlechtern, werden Inneres und Äußeres zu fantastischen Bildwelten miteinander verschmolzen.

Obwohl die Künstlerinnen sich gegen viele Widerstände behaupten mussten, sind sie neue Wege gegangen und haben nicht zuletzt durch ihre Freundschaften und Netzwerke Kunst und Leben untrennbar miteinander verbunden. Bislang gibt es keinen Film, der sich mit der Kunst des Surrealismus aus weiblicher Perspektive befasst und diesen starken, selbstbewussten und mutigen Frauen mit Blick auf ihr Werk nachspürt.