ARTE Doku. Spontan, emotional, ungegenständlich – nach den traumatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs suchten die Künstlerinnen und Künstler in den USA nach einem Neuanfang: Das waren sie selbst, ihre eigenen Gefühle und Werte. Lee Krasner, Joan Mitchell und Helen Frankenthaler waren Teil des Abstrakten Expressionismus, der ersten großen amerikanischen Kunstbewegung. Der Film stellt die außergewöhnlichen Künstlerinnen vor und würdigt erstmals ihren Beitrag.
Im Mai 1951 findet in einem leerstehenden Gebäude in der 9th Street in New York eine Gruppenausstellung statt, bei der neben Werken von Jackson Pollock und Willem de Kooning, auch Bilder von Lee Krasner (1908-1984), Joan Mitchell (1925-1992) und Helen Frankenthaler (1928-2011) gezeigt werden. Die Schau macht die Bewegung des Abstrakten Expressionismus mit einem Schlag bekannt. Doch obwohl die Künstlerinnen ähnliche Ansätze verfolgen wie ihre männlichen Kollegen und einige Ausstellungserfolge erzielen, bleiben sie jahrzehntelang Fußnoten in der Gruppe der Abstrakten Expressionisten, und ihr Beitrag wurde lange ignoriert. Der Film geht dem auf die Spur.
„Verstoße gegen die Regeln oder ignoriere sie“ – das ist das künstlerische Credo von Helen Frankenthaler. Keine der drei Frauen hätte sich je als “weibliche Malerin” bezeichnet. In der Abstraktion fanden sie eine Sprache, die Geschlechterkategorien überwindet. “Sie rebellierten nicht gegen die Regeln einer Gesellschaft, die sie marginalisierte. Sie erkannten sie schlicht nicht an“, schreibt die US-amerikanische Autorin Mary Gabriel in ihrem wegweisenden, 2019 erschienenem Buch “Ninth Street Women”. Darin erzählt sie die Geschichte des Abstrakten Expressionismus, der ohne diese mutigen Protagonistinnen kaum existiert hätte.
Anlässlich der großen Helen Frankenthaler-Ausstellung, die das Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden vom 16. März bis 28. September 2025 zeigt, entdeckt die ARTE-Kulturdokumentation den Abstrakten Expressionismus aus der Perspektive der Künstlerinnen. Das 2024 eröffnete Museum ist eines der wenigen in Europa, das sich ausschließlich der abstrakten Kunst widmet und über die größte Privatsammlung von Frankenthaler-Werken weltweit verfügt.
